Der europäische Durchschnitt bei der Anzahl der Zahlungsterminals ist gestiegen und liegt jetzt bei 32 Geräten. Vor drei Jahren bildete Österreich fast das Schlusslicht mit lediglich 15 Geräten pro 1.000 Einwohner:innen – weit unter dem damaligen EU-Durchschnitt von 27. Die Terminaldichte verzeichnet große Unterschiede in den EU-Ländern, doch eines ist überall gleich: Sie nimmt kontinuierlich zu.

Terminaldichte: EU-Ländervergleich
Global Payments stellt in Kooperation mit Mastercard 2025 erneut einen EU-Ländervergleich auf. Eindeutig zu erkennen: das Bild wandelt sich deutlich und fortschrittliche Tendenzen sind spürbar. Österreich liegt nun bei 30 POS Terminals pro 1.000 Einwohner:innen - doppelt so viele wie 2022. Damit zieht Österreich mit der Schweiz und Tschechien gleich und nähert sich dem EU-Vergleichswert von rund 32 Terminals. Der eigentliche Durchschnittswert liegt bei 38, verfälscht sich aber durch Extremwerte. Litauen verzeichnet einen Wert von 105, die Niederlande sogar von 122 Terminals. Die Dichte hat sich in beiden Ländern innerhalb von drei Jahre etwa versechsfacht. Die Werte dort sind so hoch, weil die Bevölkerungsdichte niedrig ist und internationale Finanzinstitute die Zahlungslandschaft dominieren. Neben den skandinavischen Ländern verzeichnen auch touristisch geprägte Länder eine hohe Terminaldichte. Dazu gehören Portugal (50), Spanien (52) und Griechenland (56). Den letzten Platz belegt, wie auch vor drei Jahren, Deutschland mit nur 15 Terminals.
Erwartungen und Chancen
Die Veränderungen sind nicht nur für die Zahlungsbranche erfreulich, sondern bringen vor allem wirtschaftliche Vorteile mit sich. Insbesondere der Tourismusbereich treibt die Entwicklungen an, erläutert Angela Knötzl, Country Managerin von Global Payments Austria: “Gäste aus dem Ausland erwarten, bargeldlos bezahlen zu können – ob im urbanen Raum oder am Land”. Auch technologische Lösungen wie GP tom, bei dem das eigene Smartphone zum Terminal wird, erleichtern vor allem Klein- und mittelständischen Unternehmen den Einstieg ins bargeldlose Business. Kontaktloses Bezahlen ist nicht mehr nur ein Wollen, sondern wird zunehmend zum Muss: neu installierte E-Ladestationen müssen seit 2024 laut AFIR-Richtlinien mindestens eine kontaktlose Bezahloption anbieten. Ob die Zahlung per Debit-, Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch erfolgt, spielt keine Rolle. Dadurch gewinnt E-Mobilität gemeinsam mit bargeldlosem Bezahlen an Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Die Österreicher:innen, die gerne und oft mit Karte bezahlen, haben trotzdem häufig das Gefühl, unfreiwillig mit Bargeld bezahlen zu müssen. Das kommt in folgenden Branchen besonders häufig vor:
- auf Märkten
- bei Handwerker:innen
- in Bäckereien
- in Trafiken
- bei Ärzt:innen
- in Friseursalons
Grund dafür ist, dass es in diesen Branchen oft noch an Zahlungsterminals mangelt. Mehr interessante Einblicke in das österreichische Bezahlverhalten werden in dieser Bargeldstudie 2025 gegeben.
Vorteile für Händler:innen
Nicht nur die Kund:innen genießen dadurch Vorteile wie Sicherheit, Schnelligkeit und Einfachheit, auch Händler:innen profitieren. Mastercard bestätigt, dass Händler:innen, die Kartenzahlung akzeptieren, ihren Umsatz im Schnitt um bis zu 18 % steigern. Zugleich sinken die Kosten und Risiken, die mit dem Gebrauch von Bargeld einhergehen. Kartenzahlung stellt also einen wirtschaftlichen Faktor dar. “Sie fördert den Konsum, reduziert Kosten für Bargeldhandling und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit”, erläutert Knötzl.
Der Trend ist klar: Kartenzahlung ist längst kein Komfort-Extra, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Österreich hat in kurzer Zeit stark aufgeholt und könnte schon bald den EU-Schnitt vollständig erreichen. Viele EU-Länder entwickeln sich rasant, während andere nach wie vor hinterherhinken.
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